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Die Außenpolitik Saudi-Arabiens im 21. Jahrhundert

Während des 20. Jahrhunderts hat sich Saudi-Arabien zu einer globalen sozioökonomischen und politischen Kraft entwickelt. Das Königreich ist ein starker Verfechter von Frieden, Sicherheit und konstruktiver Kooperation in der Welt.

Aufgrund seiner geographischen Lage als globaler Knotenpunkt und Wirtschaftsmacht mit stabiler Regierung und aufstrebender Bevölkerung ist Saudi-Arabien in den Mittelpunkt des Weltgeschehens gerückt. Als Geburtsstätte des Islam nimmt Saudi-Arabien einen besonderen Stellenwert in den Herzen von einer Milliarde Muslimen weltweit ein. Geleitet von Prinzipien, deren Fundament im Islam und im arabischen Kulturerbe liegt, hat Saudi-Arabien sich erfolgreich der gewachsenen Verantwortung angenommen, die diese Rolle mit sich bringt, und erachtet es als eine besondere Verpflichtung, Frieden und Stabilität über seine Grenzen hinaus zu fördern, insbesondere bei seinen Nachbarn im Mittleren Osten und darüber hinaus.
Unter dem verstorbenen König Abdulaziz lag der außenpolitische Fokus des Königreichs darauf, den Islam zu bewahren und islamische Interessen zu verteidigen. Heute ist Saudi-Arabien eine Nation, deren Sichtweise auf aktives Interesse bei Weltmächten trifft, die nach einem besseren Verständnis islamischer und arabischer Angelegenheiten streben. Der saudischen Diplomatie wird eine zentrale Rolle bei der Krisenvermeidung zugesprochen. Saudische Mediation wird gesucht, um Konflikte zu lösen, die sonst überregionale Auswirkungen zur Folge hätten.

Internationales Engagement

Saudi-Arabien hat daher eine aktive Rolle in internationalen Organisationen eingenommen. Als Gründungsmitglied der Vereinten Nationen hat Saudi-Arabien kontinuierlich seine Mitwirkung in dieser Organisation ausgebaut.
Saudi-Arabien zählt zu den ältesten Mitgliedern des Internationalen Währungsfonds (IWF). Außerdem ist das Königreich ein Gründungsmitglied der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die zusammen mit Irak, Kuweit, Iran und Venezuela im September 1960 ins Leben gerufen wurde. Die OPEC-Mitglieder haben 1976 den sogenannten OPEC-Fonds für Internationale Entwicklung (OFID) gegründet, der durch die Bereitstellung finanzieller Hilfen das Ziel verfolgt, Entwicklungsländer in ihrer sozioökonomischen Entwicklung zu stärken. Seit der Gründung hat der Fonds mehr als 134 Länder in Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa finanziell unterstützt.
Als Gründungsmitglied spielt Saudi-Arabien eine wichtige Rolle im Kooperationsrat der arabischen Staaten des Golfes, auch „Golf-Kooperationsrat“ genannt, einem regionalen zwischenstaatlichen politischen und wirtschaftlichen Bund, der nahezu alle arabischen Staaten am Arabischen Golf umfasst.
Darüber hinaus hat das Königreich bilaterale Marktzugangsverhandlungen mit allen interessierten Mitgliedern der Welthandelsorganisation (WTO) abgeschlossen und erlangte am 11.12.2005 die vollwertige Mitgliedschaft.

Terrorismusbekämpfung in starken internationalen Allianzen

Saudi-Arabien hat sich dem Ziel verpflichtet, Terrorismus in all seinen Formen zu bekämpfen. Das Königreich verfolgt die Täter, die Finanzmittel und die Ideologie, die den Terrorismus zu einer globalen Gefahr machen. Im internationalen Kampf gegen den Terrorismus unterstützt Saudi-Arabien viele Partner direkt bei der Bekämpfung des Terrorismus und bei der Verhinderung von Extremismus. Saudi-Arabien hat Partnerschaften mit multilateralen Organisationen und ausländischen Regierungen aufgebaut, um die nationale Sicherheit zu gewährleisten und internationale Antiterrorismus-Strategien zu unterstützen. Aufgrund seiner wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bedeutung sowie seiner geographischen Lage spielt das Königreich eine entscheidende Rolle bei dem Erhalt der Sicherheit und Stabilität im Mittleren Osten.
In Anbetracht der Komplexität und der Dynamik der aktuellen Herausforderungen in Bezug auf die Sicherheitspolitik in der Region haben die Vereinigten Staaten ihre Unterstützung für Saudi-Arabiens Bemühungen im Kampf gegen den Terrorismus zugesagt. Im Kampf gegen den Terrorismus und seine Finanzierung arbeitet Saudi-Arabien neben den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich noch mit vielen anderen Staaten auf globaler Ebene zusammen. So hat Saudi-Arabien bereits 2005 die internationale Antiterrorismus-Konferenz in Riad ausgerichtet, an der 55 Nationen teilnahmen. Auf der Konferenz wurde die Gründung des Antiterrorismus-Zentrums der Vereinten Nationen (UNCCT) mit Unterstützung Saudi-Arabiens initiiert.
Darüber hinaus hat Saudi-Arabien im Dezember 2015 die Bildung einer islamischen Militärallianz angekündigt, die 34 Staaten umfasst. Die Staaten dieser Militärallianz unter der Leitung Saudi-Arabiens haben sich auf die Einrichtung eines Kommandozentrums in Riad geeinigt, das militärische Operationen koordinieren und unterstützen wird.