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Geschichte saudisch-deutscher Beziehungen

Seit dem Jahr 1954 bestehen diplomatische Beziehungen zwischen dem Königreich Saudi-Arabien und der Bundesrepublik Deutschland. Der erste Freundschaftsvertrag zwischen beiden Ländern wurde bereits im Jahr 1929 geschlossen, damals noch zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Hedschas, Nadschd und der zugehörigen Gebiete. Die Beziehungen zwischen beiden Regierungen sind sehr gut und haben sich stetig weiterentwickelt. Die Zusammenarbeit zwischen Saudi-Arabien und Deutschland in den Bereichen Politik, Wirtschaft und kultureller Begegnung war noch nie so intensiv und partnerschaftlich wie heute. Dies zeigt sich unter anderem anhand einer Vielzahl gegenseitiger Staatsbesuche, wie beispielsweise dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Saudi-Arabien im Jahr 2010. Diesem folgten weitere Besuche, etwa die Einladung einer Delegation des Schura-Rats, des formellen Beratungsgremiums des Königs von Saudi-Arabien, durch den Deutschen Bundestag, zuletzt im Jahr 2016, oder die Besuche von Außenminister Adel al-Jubeir in Deutschland, zuletzt anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2017. Im Gegenzug dazu eröffnete sein deutscher Amtskollege Frank-Walter Steinmeier den deutschen Pavillon auf dem Kulturfestival Janadriyah im Februar 2016. Die über 400.000 interessierten saudischen Besucher des deutschen Pavillons, sowie die steigende Zahl ausgegebener Visa und die gute Handelsbilanz beider Staaten sind weitere Belege für das gute Verhältnis zwischen den beiden Ländern.

Kultureller, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Austausch findet zudem über eine wachsende Anzahl von Kooperationen und Austausch-Programmen statt. Formalisiert wurde die Zusammenarbeit in diesen Bereichen mit einem Regierungsabkommen zur saudisch-deutschen Kulturzusammenarbeit im Jahr 2006. Besonders Bildungsaustauschprogramme haben hiervon profitiert. So wurde an der König-Saud-Universität in Riad ein Lektorat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) eingerichtet, an der Effat-Universität in Dschidda gibt es eine DAAD-Lektorin und in den Städten Dschidda und Riad entstanden zwei Deutsche Schulen. Jährlich ermöglicht der DAAD Stipendiaten aus Deutschland, vom Studierenden bis zum Hochschullehrer, einen Aufenthalt in Saudi-Arabien. Auch über die zunehmende Zahl saudischer Studenten, die in Deutschland studieren, wird die interkulturelle Begegnung gefördert. Über Stipendiaten Programme sind in den vergangenen Jahren rund 1.300 Studenten zum Studieren nach Deutschland gekommen und konnten wichtige Erfahrungen sammeln. Einige saudische Studenten nutzen außerdem die Möglichkeit von Sommerkursen in Deutschland oder besuchen das Goethe-Sprachzentrum in Riad.

Zusätzlich arbeiten Saudi-Arabien und Deutschland im Bezug auf viele internationale Themen eng zusammen, wie beispielsweise in internationalen Gremien wie der UN oder der G20 sowie der engen Abstimmung zu wichtigen Fragen von gemeinsamem und internationalem Interesse. Vor dem Hintergrund der internationalen Anstrengungen die Krise in Syrien zu lösen, haben Saudi-Arabien und Deutschland als Mitglieder der internationalen Unterstützungsgruppe für Syrien beispielsweise gemeinsam an einer politische Lösung gearbeitet. Deutschland hat darüber hinaus wiederholt Saudi-Arabiens Rolle als wichtiger Partner bei der Förderung der Stabilität im Nahen Osten betont. Die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen der EU und dem Golf-Kooperationsrat (GCC) stärkt dieses partnerschaftliche Verhältnis zusätzlich.